Geschichte und Geschichten von und um Borkenwirthe
Die Gemeinde
Noch im 18. Jahrhundert hieß unsere rund 600 Seelen zählende Bauernschaft Borkenwirthe "Butenwirthe"
im Gegensatz zu "Binnenwirthe" (Gemenwirthe).
"Buten" und "Binnen" bezogen sich auf die Zugehörigkeit und die Lage zur Stadt Borken.
"Wirthe" wird dem Althochdeutschen "warid" und "vert" = wert, würdig vorkommend zugeordnet.
Der Name läßt sich auch in Zusammenhang bringen mit "wert", "werder" = Niederung.
So wird Borkenwirthe und die umliegende "Wirther Mark" (Gemeindegrund) als eine der Stadt Borken vorgelagerte
"wertvolle Landinsel oder Niederung" (Bauernschaft mit fruchtbarem Boden) bezeichnet.
Bereits im Jahre 1150 tritt der Name Butenwirthe
bei einem Gut Emekinc (Eming, jetzt Steverding-Eming/ Große-Kleimann) auf.
1537 besaß Butenwirthe einen Freistuhl der Fehme (Gericht), den Weddingstuhl,
genannt "Vryenstohl up dese Syth an de Havekers Stegghe".
Auf dem Hungerhoffsesch - so die Sage - ist es nicht geheuer, dort spukt das "Hermänneken un een Reh".
Borkenwirthe war Seit Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur kommunalen Neuordnung der Kreisstadt Borken bis zum 1. Juli 1969 politisch und schulisch selbständig und zählte zu den flächenmäßig größten Landgemeinden des Kreises.
Kirchlich gehörte Borkenwirthe zu St Remigius Borken. In den Kriegsjahren und noch bis 1949 diente die umgebaute Scheune auf dem Hofe Ening als Notkirche.
Mit der Neugründung der katholischen Kirchengemeinde Heilig-Kreuz und der im Engeland Esch zentral von Bürgern selbst errichteten gleichnamigen Backsteinkirche - sie wurde vom damaligen Weihbischof Heinrich Roleff aus Münster feierlich eingeweiht - hat sich in Borkenwirthe ein über die Region hinaus beispielhaftes, reges vereins- und Kulturleben entwickelt. Sicherlich auch ein Verdienst der Pfarrer Karl Baron, Klemens Lammerskötter und Pater Klemens Klein-Heßling.
Die Leute...
Heimatverbundenheit, Pflege von Traditionen und vielschichtige Aktivitäten prägen das Gemeindeleben der Borkenwirther.
So stehen in den Hooksgemeinschaften jahrhunderte alte Bräuche nachbarschaftlicher beziehungen im Vordergrund,
deren Ursprung in der Notwendigkeit gegenseitiger Hilfe bei eventuellen Notsituationen zu finden ist.
Noch heute haben die sogenannten Nachbarpflichten einen hohen Stellenwert, wobei natürlich auch positive Seiten anläßlich der alljährlich stattfindenden Nachbarfeste zum Tragen kommen.
Wo Isen ligg un Eken waßt,
dor bünt ok Löö, de daorbi paßt !